Verfahren von DrPro++Bedarfsprognose und Sicherheitsmengen |
Ihr Erfolg ist eine Frage des Ertragswinkels |
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Die Basisfunktionen von DrPro++ liegen in der Bestimmung zukünftiger Bedarfe hoher Qualität und der Ermittlung kostenminimaler Sicherheitsmengen (Sicherheitsbestände) für eine optimale Servicesicherung.
Beide Ergebnisse determinieren z.B. den Auslösungszeitpunkt einer Folgebestellung in einem Dispositionssystem. Die Bedarfsprognose ist selbstoptimierend und benötigt somit keine optimierenden Parameterangaben.
Verfahren zur Bedarfsprognose werden zumindest in jedem größeren Standardpaket zur Materialwirtschaft angeboten. Die Probleme finden sich in der unzureichenden Funktionalität und Ergebnisqualität, wie in der notwendigen Angabe optimierender Parameter, wie z.B. Glättungsfaktor und Modellwahl. Derartig anspruchsvolle Parameterangaben sind völlig praxisfremd und benötigen zudem eine permanente Pflege. Die Ausweisung kostenminimierter Sicherheitsmengen und die intelligente Abhandlung von Prognosevorgaben bei z.B. neuen Artikeln (Teilen/Materialien) sind unbekannt.
Obwohl das Prognoseverfahren allgemein einsetzbar ist, wurde DrPro++ besonders für den Einsatz in Handels- und Produktionsunternehmen ausgerichtet. Hier werden vorwiegend die Vorhersagen benötigt für die:
Das Prognoseverfahren
Das Verfahren arbeitet intern mit dynamisch optimierten
Gewichtungsfaktoren und einem mehrstufigen Modell. Damit ist das Verfahren bestens
für horizontale und trendartige sowie gemischte Verläufe geeignet.
Die Prognoseoptimierung Bild 1
Die Leistungsfähigkeit der dynamischen Optimierung des Gewichtungsfaktors lässt
sich am besten an Hand der Erwartungstreue nach Bild 1 demonstrieren.
Die gleiche Zufallszeitreihe von Einzelbeobachtungen wurde zu Perioden mit jeweils
5 Arbeitstagen (Woche) und zu Perioden mit 20 Arbeitstagen (Monat) zusammengefaßt.
Das Verfahren errechnete automatisch die gepunktet angegebenen unterschiedlichen
Gewichtungsfaktoren, die dafür sorgen, dass sich über den gleichen Zeitbereich eine
weitgehend übereinstimmende Glättungskurve bzw. Vorhersage ergibt. Genau dies erwarten
wir ja, da ein Prognoseergebnis nicht von der zufälligen Wahl der Periode abhängen
darf. In gleicher Weise werden die passenden Gewichtungsfaktoren für jedes Artikel
entsprechend seinen Nachfrageschwankungen bestimmt. Die Modelle für horizontale und trendartige Verläufe werden quasi
überlappt und entsprechend der Aussagefähigkeit der Nachfragen unterschiedlich
stark eingesetzt. Die bekannte Neigung des Trendmodells zum Überschwingen wird vermieden.
Über diverse Messungen und Filter werden außergewöhnliche Situationen erkannt.
Sie führen z.B. bei einem Nachfragesprung (kann auch durch eine Mengenkorrektur entstanden
sein) zu einem 'weichen' Wiederanlauf auf der neuen Sprunghöhe. Am besten lassen
sich diese Eigenschaften an simulierten Nachfragen, die durch einen Zufallsgenerator erzeugt
wurden, darstellen. Die generierten Zeitreihen wurden von DrPro++ eingelesen
(Importschnittstelle) und darauf der Prognoselauf durchgeführt. Aus der wählbaren
graphische Anzeige der Ergebnisse stammen die
Bilder 2 bis 5. Der verwendetet Begriff Objekt steht synonym für Artikel, Teil,
Material usw. Die Bilder zeigen die Addition der Sicherheitsmenge (...Sich) zum Prognosewert (...Wert) und die Fortführung der Prognosedaten in die weitere Zukunft. Bild 2 bis 5
Für das Verfahren existierte selbstverständlich zu keinem
Zeitpunkt auf der X-Achse ein Ausblick auf die zukünftigen Nachfragen. Nachträglich
eine passende Kurve einzutragen ist nicht schwierig und hat auch nichts mehr mit
einer Prognose zu tun. Die Ergebnisse zeigen alle eine sehr gute Glättung der Nachfragen
für die Bedarfsvorhersage und die klare Erkennung von Trend und Sprung. Diese Qualität
wurde mit den Verfahren der exponentiellen Glättung, die als Vergleich herangezogen
wurden, mit Abstand nicht erzielt. Außergewöhnliche Situationen und Management by Exception
Die vom Prognoseverfahren erkannten außergewöhnlichen Situationen werden protokolliert
und dienen einem Management by Exception. So könnte nachgeprüft werden, ob es sich
ggf. um einen Erfassungsfehler bei der zugehörigen Buchung handelt. Auftretende
ungewöhnlich große oder geringe Nachfragen (Spikes) werden zur Vermeidung einer
Prognoseverfälschung begrenzt. Im Fall des Sprunges nach Bild 4 erfolgte z.B. dreimal
eine Protokollierung, bevor der Sprung akzeptiert wurde. Die gepunktete Kurven als
Wert für den Glättungsfaktor soll in etwa noch das Anlaufverfahren zum Start und
nach dem Sprung verdeutlichen. Das Prognoseverfahren im Vergleich
Die deutliche Überlegenheit der Prognoseeigenschaften von
DrPro++ im Vergleich
mit den klassischen Prognoseverfahren zeigt Bild 6. Zugrunde lagen mehrere der Praxis
entnommenen Zeitreihen der IPA/FHG-Untersuchung. Basis der Messung für alle Verfahren
war die mittlere betragliche Abweichung. Die Ergebnisse sind um so beachtenswerter
da die Eigenschaft von DrPro++, schon aus den Einzelbeobachtungen Schlüsse zu ziehen,
nicht zum Tragen kommen konnte. Die Beobachtungswerte lagen nur verdichtet zum Monat
vor. Bild 6 Die Qualität der Prognose ist um so höher, je näher und
ausgeglichener die Glättungskurve an die theoretische Ideallinie herankommt. In
diesem Zusammenhang ist noch auf den Mangel des angewandten Messkriteriums (betragliche
Abweichung) einzugehen, der am besten an dem folgenden Beispiel verdeutlicht wird.
Nehmen wir an, die Nachfragen schwanken immer zwischen 2 und 4, so erwarten wir
ein Ergebnis von 3 und die mittlere Betragsabweichung wäre 1. Diese Abweichung würde
aber auch dann ausgewiesen werden, wenn das Prognoseergebnis fälschlicherweise '2'
oder '4' lauten würde. Es ist zu vermuten, dass bei einer besser geeigneten Meßmethode
sich die Verfahren noch deutlicher unterscheiden würden. Sicherheitsmenge und Servicegrad Für die Abdeckung der Nachfrageschwankungen in der Wiederbeschaffungszeit
(WBZ) wird noch eine Sicherheitsmenge benötigt. Bei einem Bestellpunktverfahren
wäre z.B. eine Folgebestellung genau dann auszulösen, wenn der Lagerbestand den
Wert: DrPro++ bestimmt neben dem Prognosebedarf und der Trendmenge
noch die benötigte Sicherheitsmenge. Die Höhe der Sicherheitsmenge
ist von den Nachfrageschwankungen, dem Zeitraum der notwendigen Abdeckung der Schwankungen
(Wiederbeschaffungszeit) und dem gewünschten Servicegrad abhängig. Die Bilder
2 bis 5 zeigen die Sicherheitsmenge aufaddiert zum Prognosebedarf als Hüllkurve.
Zugrunde lag ein gemeinsamer Servicegrad von 99 % und eine Wiederbeschaffungszeit
von 20 Arbeitstagen.
Das Problem in der Praxis besteht in der Bestimmung des benötigten Servicegrades,
der von Zeit zu Zeit auch noch zu überprüfen ist. Dies gleicht nicht nur einem Ratespiel,
sondern ist auch noch ein absolut heikles Thema, wenn die unterschiedlichen Interessenslagen
aufeinanderprallen. Hier bietet DrPro++ die Berechnung eines optimierten
Servicegrades an. Dazu benötigt werden die Preise bzw. Herstellkosten der Artikel. Optimierter Servicegrad Mit zunehmendem Servicegrad steigt die Sicherheitsmenge und reduziert
die Gefahr fehlender Artikel. Damit fallen die Kosten (Fehlkosten)
für die Sonderaktionen. Andererseits steigt durch die Sicherheitsmenge der Lagerbestand
und verursacht entsprechende Bestandskosten. Das Kostenminimum der
Summe beider gegenläufigen Kostenblöcke bestimmt den optimalen Servicegrad. Im Prinzip
entspricht die Berechnung dem Verhalten: Keiner versteht, wenn billige Artikel nicht
verfügbar sind und die meisten haben Verständnis, wenn teure Teile mal fehlen. Auch
der Lieferant wird bei Objekten mit höheren Umsätzen eher zu Sonderaktionen bereit
sein. Für jede Fehlsituation wird standardmäßig und weitgehend repräsentativ ein Fehlkostenwert
von 150 € und für die Berechnung der Kapitalbindungs- und Lagerkosten (einschließlich
eines Ladenhüterrisikos) ein Zinssatz von 25 % auf die Sicherheitsmenge eingesetzt.
Auch wenn der Fehlkostenwert keine so klare oder feste Größe ist, so übertrifft
die Optimierung in aller Regel bei weitem individuellen Festlegungen Die Bilder 7 und 8 zeigen die Gesamtkosten in Abhängigkeit vom Servicegrad.
Der berechnete optimale Servicegrad entspricht dem Kostenminimum. Für die Vergleichbarkeit
wurde der Einfluss der Nachfrageschwankung und der Wiederbeschaffungszeiten als
Konstante eingesetzt.
In Bild 7 sind außer den Gesamtkosten noch die gegenläufigen
Bestands- und Fehlkosten dargestellt. Die Einzelgraphiken wurden für unterschiedliche
Umsatzwerte bei konstantem Fehlkostenwert erstellt. Sie zeigen deutlich die Abhängigkeit
der Optimierungspunkte von der Höhe des Umsatzes. Hier wird deutlich, welchen erheblichen
Einfluss falsch oder konstant gewählte Servicefaktoren haben können. Interessant
ist noch der Anteil der optimierten Kosten (Serviceleistung) zum Umsatzwert, der
in etwa bei niedrigeren Umsätzen 8 % und bei höheren 3 % beträgt. Bild 8 In Bild 8 kann aus den Einzelgraphiken der Einfluss des
Fehlkostenwertes bei unterschiedlichen Umsätzen abgelesen werden. Es ist bemerkenswert,
dass die Höhe des Fehlkostenwertes bei kleinen Umsätzen kaum bedeutend ist, bei
hohen Umsätzen jedoch ein deutlicher Einfluss vorliegt. Diese Gegebenheit sollten
Sie bedenken, wenn Sie einen anderen Fehlkostenwert einsetzen möchten.
Sollte in der Regel zum
Bestellzeitpunkt schon ein gewichtiger Anteil an konkreten Kundenbedarfen vorliegen,
ist die einzusetzende Sicherheitsmenge entsprechend zu reduzieren.
Zusammenhang zwischen optimierten und tatsächlichen Servicegrad
Der
bisher beschriebene Servicegrad dient für die Bestimmung wirtschaftlicher Sicherheitsmengen
und hat damit die kritischen Phasen, in der Regel vor den Eingängen der Folgebestellungen,
abzudecken. Direkt nach den Eingängen der Bestellungen folgen dann Phasen höchster
Verfügbarkeit, in denen eine Sicherheitsmenge gar nicht benötigt werden würde.
DrPro++ optimiert den Servicegrad korrekt nach dieser Situation für die Bestimmung
der kostenminimalen Sicherheitsmenge bei hoher Verfügbarkeit. Das
Programm weist aber noch den insgesamt wirksamen Servicegrad aus, der über alle
diese Phasen berechnet wird. Falls die (mittlere) Bestellmenge (Los-) nicht angegeben
bzw. verfügbar ist, wird diese intern abgeschätzt.
Automatisches Management von Vorgaben Vorgaben
sind besonders hilfreich bei neuen Artikeln, denen eine Bedarfsschätzung für den
Start mitgegeben werden sollen. Die Schätzvorgaben basieren entweder auf Marktanalysen
oder häufiger auf der Übernahme der Prognosedaten aus vergleichbaren Artikeln. Aber
auch später können Vorgaben sinnvoll sein, wenn z.B. auf Grund besonderer Marketingaktivitäten
gravierende Entwicklungen nach oben erwartet werden. Mit Vorgaben können sowohl
die Bedarfsvorhersage als auch die Sicherheitsmenge belegt werden.
Probleme
bestehen in der Praxis jedoch in der Aktualisierung von Vorgaben. Nicht selten bleiben
sie über größere Zeitbereiche einfach stehen, auch wenn die Schätzungen nicht eintreten
sollten. Hinzu kommt, dass es viel Fingerspitzengefühl bedarf, Vorgaben sachgemäß
zu korrigieren.
DrPro++ bietet eine neutrale Vorgehensweise durch das automatische Management
von Vorgaben. Die effektvolle Wirkungsweise zeigen die Einzeldarstellungen im Bild
9. Es ist sicherlich recht anspruchsvoll, manuell ähnlich korrekt und objektiv vorzugehen.
Dennoch können Vorgaben auch als konstante Größen eingestellt werden. Der Verlauf
der Prognose bleibt sichtbar und dient als Entscheidungsbasis für eine eventuelle
manuelle Korrektur. Bild 9
Das Bild 9 zeigte den
Einfluss und den Verlauf einer Vorgabe für den geschätzten Bedarf bei einem neuen
Artikel. Da sich die Vorgabe nicht bewahrheitete, wurde sie schließlich bis auf
den gemessenen Prognosebedarf abgewertet und dann gelöscht. Schlußbetrachtung zu DrPro++ Das erwähnte Unternehmen konnte die Situationen
fehlender Artikel halbieren und weiter den benötigten Personalbedarf erheblich reduzieren.
Diese positiven Entwicklungen werden zu einem großen Anteil dem neuen Verfahren
zugesprochen. Die manuellen Aufwendungen für die Bedarfsabschätzungen einer Vielzahl
von Artikeln (Komponenten) des Variantenfertigers waren davor sehr hoch. Ein weiteres
Potential steckt in der Servicegradoptimierung, die eine Steigerung des Anteils
der Artikel mit einem Servicegrad > 95% von 35% auf stolze 85% ohne Bestandswerterhöhung
zulässt. Die entfallene Pflege der Prognoseparameter wirkte sich positiv auf den
Personalbedarf aus. Hauptmaske der Anwendung
Die Leistungsmerkmale von DrPro++
nochmals im Überblick: Die Beschreibung der Gruppenhierarchien von DrPro++
mit ihren Aggregations- und Disaggregationsverfahren wird nicht in die Verfahrensbeschreibung
mit aufgenommen.

benötigter Prognosebedarf über die WBZ plus Sicherheitsmenge
erreicht bzw. unterschreitet.


